Fenchel, böhmisch Kristall und Champagner: Ein Projekt von Rupert Rüdisühli

 

Fenchel ist ästhetisch betrachtet eines der interessanteren Gemüse. Die klaren Linien der Stängel tragen das filigran-federleichte Kraut, das schon beim leisesten Hauch eines Lüftchens zu weigge beginnt. Im harten Licht der auf- oder untergehenden Sonne kommt die Frische der verschiedenen Grüntöne des jungen Fenchel wunderbar zur Geltung. Und wenn noch etwas Tau oder Tropfen die Umgebung spiegeln, so ist ein Fenchel fast schon eine Glitzerwelt. Fehlt der Tau oder die Nässe so bringt böhmisch Kristall etwas wie altmodischen Glitz und Glamour ins Fenchelbeet. Das böhmisch Kristall  ist sozusagen die Kultur in der Kultur. Und genau so wie in Japan die Menschen unter den blühenden Kirschbäumen (die übrigens keine Früchte tragen) Tee trinken, weil es einfach so schön ist, sitzt der für das Ästhetische empfängliche Gärtner neben dem Fenchelbeet und trinkt Champagner. Champagner muss es sein und nicht etwa Weisswein wie in diesem Bild und nur in böhmisch Kristall, denn der prickelnde Champagner lebt wie der Fenchel neben ihm. Würde man mit superempfindlichen Mikrofonen den Fenchel belauschen, so hörte man Grosstadtrauschen, verursacht durch Transport und Austausch der biologischen Elemente zwecks Wachstum. Das böhmisch Kristall nimmt, im Gegensatz zu glanzlosen Champagnergläsern, das Licht in sich auf und spielt mit ihm genau wie der Wind mit dem feinen Fenchelkraut. Rupert Rüdisühli hat die Herausforderung angenommen, diese Erfahrung bildlich wiederzugeben, und sie so auch für nicht Fenchelgärtner zugänglich zu machen. Fortsetzung folgt; sofern Fortschritt zu verzeichnen. 2016 war bei RR bis jetzt kein gutes Fencheljahr; also kein Fortschritt. Auch 2017 haben die Eichelmändli bis jetzt nichts bezüglich dieses Projektes vernommen.