Unter dem Stichwort „Trophäe“ kann man bei Wikipedia unter anderem erfahren, dass „Trophäe“ vom griechischen „tropaion“ kommt, was „Siegeszeichen“ bedeutet. Wir lesen hier auch den bemerkenswerten Satz: „Trophäen werden anderen immer voller Stolz präsentiert.“ Ausserdem sei ihr Zweck die Darstellung von „Macht und Stolz“. Auch Wikipedia kann irren. Ein herkömmliches „Siegeszeichen“ ist die Jagdtrophäe in der bürgerlichen Jagd sicher nicht, denn die Jäger führen keinen Krieg gegen das Wild und die Jagd ist auch kein Sport. Trophäen im jagdlichen Zusammenhang haben auch nichts mit der Ausübung von Macht zu tun, denn als Teil unserer Natur hat die Jagd Macht über uns und nicht wir über sie. Auch der Nichtjäger ist immer ein Jagender oder Gejagter: So jagt er zum Beispiel nach Geld. Personalberater für Führungskräfte heissen auch nicht umsonst „Headhunter“ (Kopfjäger). Und wie steht es mit dem Stolz? Ist er mit Dankbarkeit verbunden und nicht mit Hochmut, so darf der erfolgreiche Jäger sicher stolz auf sich sein. Eine Trophäe im jagdlichen Sinn ist nüchtern betrachtet eine Information, eine Erinnerung, und wenn sie ein „Zeichen“ ist, dann eher im Sinne von Glücks-, Erfolgs- oder Verdienstzeichen. Ganz sicher aber ist die Trophäe ein Zeichen der Wertschätzung.

Über Geschmack lässt sich streiten. Diese Krawattenklammer ist sicher ein Hingucker, aber weil ungewöhnlich, verunsichert sie. Was soll man davon halten? Das Edelweiss ist ein sicherer Wert aber diese Krawattenklammer steht irgendwie schräg in der Landschaft. Warum so ostentativ zeigen, dass man Jäger ist? Das macht man mit dem Edelweiss zwar auch, aber dort wirkt es weniger oder überhaupt nicht aggressiv. Die Fuchshaken in der Krawattenklammer wirken auf den Nichtjäger vielleicht fast wie Minielfenbein.Tatsächlich provozierte diese Krawattenklammer aber schon einige Gespräche auch unter Jägern, die dieses nicht unproblematische Schmuckstück ebenso misstrauisch wie die Nichtjäger beäugen. Vielleicht ist die Krawattenklammer noch zu nah am lebendigen Fuchs. Das Edelweiss hat den Fuchs sozusagen hinter sich gelassen; es ist nicht mehr Fuchs. Ich weiss nicht so genau, was ich von diesem Schmuckstück halten soll: vielleicht bin ich auch zu fest aufs Konventionelle konditioniert. Sicher scheint nur: weder das Edelweiss noch die Krawattenklammer sind Pomonesken.